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Liebeserklärungen an… THE WIPERS

WIPERS

Is this real? 1980/Youth of america 1981/Over the edge 1983

Wipers ist eine dieser am meisten unterschätzten Bands aller Zeiten. 1977 in Portland rund um den famosen Greg Sage (der mit „Straight ahead“ unter anderem auch ein großartiges Soloalbum veröffentlichte), einziges fixes Bandmitglied, im Punk­Zeitalter gegründet, nahm die Band schon damals eine Sonderstellung ein.wipers-logo
Viel weitsichtiger, aufgeschlossener und innovativer war man und dadurch auch, zumindest für mich, bis heute wirklich aufregend und wichtig. Natürlich sehe das nicht nur ich so. Nicht umsonst wurde ihr D­7 von „Is this real?“ ausgerechnet von Nirvana gecovert und von Kurt Cobain als großer Einfluss bezeichnet (man höre nur das Original!), aber das ist eine andere Geschichte……
Als ich diese Band lieben lernte war ich noch ein Kind, es war ihr 86er Album „Land of the Lost“, es waren Dinosaurier auf dem Cover, und das war schon Grund genug für mich, aber auch die Musik ergriff mich und löste ein Gefühl der Begeisterung in mir aus wie ich es bis dahin nicht kannte. Der Rock ́n ́Roll, oder diese Musik, packte mich damals bei den Eiern und ließ mich bis heute nicht wieder los (man verzeihe mir diese vulgäre Ausdrucksweise). Auch für mich war diese Band, obwohl eigentlich ein zu spät Geborener, ein Auslöser.
Wirklich bekannt wurden sie natürlich nie, aber diese Musik strahlt etwas Besonderes aus, das ich bis heute immer wieder in Musik zu entdecken versuche. Auch nach vielen Jahren kommt mir diese Musik aufwühlender, inspirierender, frischer vor als vieles anderes, neues. Es ist das, was großartige, unvergleichliche Bands und Musiker auszeichnet – man hört es und versteht sofort.

Mit den beschränkten Mitteln eines Rock­Trios schaffen sie es einen eigenen Sound zu kreieren und mit diesem doch viele neue Wege einzuschlagen, innerhalb dieses Konstrukts immer neue Ideen aufzugreifen und doch immer unverkennbar zu bleiben – etwas das nur den wenigen gelingt, die eben ihre Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen.

Musik ohne Halbwerts­Zeit. Das gehörte zum Bandkonzept, das Greg Sage eigener Aussage nach schon als Kind inne hatte. Es geht um die Faszination für Musik als mystische Kunst, nicht um Entertainment. Eine Faszination die Sage damals wohl selber bei alten Rock ́n ́Roll Aufnahmen verspürte und ich dann Jahre später beim ersten hören alter Wipers Platten.
Da können Rocksongs noch mit richtiger Bedeutung überlagert werden und alles ausdrücken. Rausgehen, sich mitteilen wollen, verstanden werden. Man wollte immer etwas anderes machen, deshalb gibt’s auf „Youth of America“ den gleichnamigen Song, mit weit über zehn Minuten fürs damalige Punkpublikum unzumutbar, aber man wollte das so und heute ist diese Nummer deshalb irgendwo immer noch wie ein Manifest. Man wollte sich nicht klassifizieren lassen. Nach den ersten drei Alben, um die es hier geht, schlug man dann musikalisch auch einen etwas anderen Weg ein und erreichte nie mehr die Klasse dieser. Irgendwann löste man sich auf. Greg Sage gilt in Independent Kreisen und bei wahren Rockaficionados inzwischen natürlich als Ikone. Aber diese drei, diese großen, gehören in jede musikalische Hausapotheke. Ich empfehle die 2001 auf Sage ́s Label veröffentlichte 3cd Box(ja CD!) Lieblingsnummern: Rebel with a cause, Taking to long, Youth of america, Over the edge, No one wants an alien, This time

chri

Liebeserklärungen an… EMERALDS

EMERALDS „Does it look like i’m here“

Meine Platte des Jahres. Unumgänglich. Heuer gab es einige tolle Platten, neue und alte Liebschaften ohne die das Jahr 2010 nur beschissener gewesen wäre. Aber keine war so oft DIE richtige Platte. Musik zum Frühstück, zum Schlafengehen und überhaupt immer – Mindrelaxing noch dazu. Eine aufwühlende und zugleich einnehmend schöne Mischung aus Soundschichten. Schichten aus Gitarreneffekten und Elektrosounds, abgespacedten Old-School Gebrumme und Gezirpe. Oft vernimmt man Sounds der tollsten Momente alter Pink Floyd Alben oder gar von Mike Oldfield, oder eine Harfe schleicht sich ein sowie käsige Gitarrensoli, aber immer wunderbar stimmig ganz ohne Bässe und Beats, nichts stört den Aufbau in den Stücken der sich oft traumwandlerisch bis zu einem Klimax steigert.

Ich finde dieses Album so schön dass ich es mir obwohl Vinyl-Liebhaber sogar auf CD besorgte um es ja immer überall mitnehmen zu können. Man könnte es ja brauchen um es jemanden vorzuspielen, oder sich einfach mittels Kopfhörer intensiv darin verlieren.
So ein Werk ist dann die schönste Form der Hingebung: Lost in Sound.
Oder wie ein Musiker, dessen Name mir jetzt nicht einfallen will, einmal sagte:
„MUSIC IS THE HEALING FORCE OF THE UNIVERSE!“

Chri

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